Porsche

Rechtsanwalt Frank Feser

Medienberichte zufolge erhielt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main eine Strafanzeige, welche zum Zwecke der Prüfung an die Bundesfinanzdienstleistungsaufsicht weitergeleitet worden ist.

Ob auch in Frankfurt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, hängt nach Mitteilung der dortigen Staatsanwaltschaft vom Ausgang der Prüfung ab.

Bereits seit mehreren Wochen ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Porsche. Maßgeblich ist dabei, ob Porsche im Zuge des Einstiegs bei VW Anleger und Akteure an der Börse möglicherweise falsch informierte und die Kursentwicklung unzulässig beeinflusste. Porsche bestreitet die Vorwürfe. Den Staatsanwälten in Stuttgart liege inzwischen „eine Reihe von Anzeigen“ vor, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigte. Inzwischen konnte die Staatsanwaltschaft Stuttgart laut Reuters erste Ermittlungserfolge verzeichnen. Reuters vermeldete am 01.09.2009: "Die Durchsuchung habe bereits am vergangenen Freitag stattgefunden, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Die Behörde geht dem Verdacht der Marktmanipulation im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche nach. Zu den Beschuldigten zählen unter anderem der langjährige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und der ehemalige Finanzchef Holger Härter. Ein Porsche-Sprecher bestätigte in Stuttgart die abermalige Durchsuchung einer Privatwohnung durch die Staatsanwaltschaft."

Wie Reuters von zwei mit den Ermittlungen vertrauten Personen erfuhr, wurden die Privaträume eines Porsche-Mitarbeiters unterhalb des Vorstands durchsucht. Auf einem Computer sei belastendes Material gefunden worden. "Die Ermittler haben dort gefunden, wonach sie gesucht haben", sagte eine Person. Im Zuge der seit Wochen laufenden Ermittlungen, die am 20. August im Großraum Stuttgart sowie in Frankfurt zu Hausdurchsuchungen führten, hätten sich Hinweise auf das belastende Material im Besitz des Porsche-Mitarbeiters ergeben. Der Porsche-Beschäftigte gehöre seit Anbeginn zu den Beschuldigten, gegen die sich die Ermittlungen richteten.

Hintergrund ist vor allem der rasante Kursanstieg der VW-Aktie Ende Oktober 2008. Damals war die VW-Aktie innerhalb kürzester Zeit auf über EUR 1.000,00 gestiegen, nachdem die Porsche Automobil Holding SE überraschend bekanntgab, ihren Anteil an VW auf 75% aufstocken und einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit der Volkswagen AG schließen zu wollen. In mehreren Stellungnahmen hatte der damalige Vorstandsvorsitzende Wiedeking zuvor betont, dass eine entsprechende Aufstockung auf 75 % "kein Thema" sei.

Die Kanzlei Feser prüft, ob hieraus Schadenersatzansprüche für Investoren abgeleitet werden können.

Mögliche Geschädigte sind Anleger von Porsche und VW sowie Investoren, welche durch die Verzerrung des DAX Einbußen erlitten haben. Der DAX ist durch den extremen Kurssprung der VW-Aktie verzerrt worden.